3 Fragen an Katrien De Vos, Country President von AstraZeneca Schweiz

Dürfen wir Sie bitten, sich kurz vorzustellen und uns ein wenig über Ihre derzeitige Position in Ihrem Unternehmen zu erzählen?
Als Country President von AstraZeneca Schweiz habe ich das Privileg, dass ich mit einem sehr erfahrenen und hochqualifizierten Team zusammenarbeiten darf, das mit unglaublicher Leidenschaft unsere Mission verfolgt, unsere innovativen Medikamente für Patienten in der Schweiz verfügbar zu machen. Seit ich vor 11 Jahren in das Unternehmen kam, hat AstraZeneca konsequent in die wissenschaftliche Forschung und Entwicklung investiert. Angesichts unserer umfangreichen Pipeline, unserer internen und externen Kooperationen und unseres Innovationsgeistes sind wir auf einer wahrlich spannenden Reise. Ich persönlich habe einen MINT-Hintergrund, d.h. einen Master-Abschluss in Elektrotechnik und einen Doktortitel in Angewandter Physik für personalisierte Diagnostik. Man könnte sagen, dass ich mit dem Thema Diversität schon sehr früh in Berührung kam, einem Thema, das wir bei AstraZeneca Schweiz auch sehr ernst nehmen. Als Führungsteam sind wir überzeugt davon, dass Inklusion und Diversität unserer Belegschaft nicht nur das Richtige sind, sondern entscheidend für unseren Erfolg in der Zukunft.
Welchen Schwerpunkt wollen Sie in Ihrer Rolle als Board Mitglied der Interpharma setzen?
Die Zugangssituation in der Schweiz ist schwieriger geworden, wobei es in den letzten Jahren vermehrt zu Verzögerungen beim Zugang zu neuen innovativen Medikamenten kam. Mein Schwerpunkt wird sein, mit Interpharma und einer breiteren Stakeholder-Basis daran zu arbeiten, Lösungen und neue Wege zu finden. Ein zentrales Element ist der neue konkrete Lösungsvorschlag von Interpharma, der rückvergütete Innovationszugang, mit dem Patienten über die Spezialitätenliste Zugang zu innovativen Medikamenten ab dem Tag der Zulassung durch Swissmedic erhalten sollen. Damit verbunden könnten auch neue “value-based Healthcare” Konzepte eine Risikostreuung und einen nachhaltigen Zugang zu Innovationen ermöglichen. Gleichzeitig ist es ausgesprochen wichtig, dass wir prinzipiell darüber nachdenken, wie unser Gesundheitswesen aufgesetzt ist: Was können wir besser machen, damit die Menschen gesund bleiben, Krankheiten vorgebeugt und schneller diagnostiziert werden, so dass bessere Gesundheitsergebnisse erzielt werden können?
Im Interpharma Jahresbericht 2021 wurde das Thema «Sustainable Development Goals» in den Mittelpunkt gestellt. Was macht AstraZeneca in diesem Bereich?
Wir ergreifen umfassende Massnahmen zur Verringerung unserer Treibhausgasemissionen und haben unsere Ambition Zero Carbon-Strategie erweitert, um bis 2045 in der gesamten Wertschöpfungskette ein Netto-Null-Emissionsziel zu erreichen. In unserer Schweizer Niederlassung stellen wir z.B. unsere Firmenflotte auf 100%-Elektrofahrzeuge um und bemühen uns um CO2-neutrale Meetings und Reisen, sowie auch um eine nachhaltige Nahrungsmittelauswahl und das Vermeiden von Plastik- oder Papierverpackungen.
Mit Blick auf die Zukunft ist eine verstärkte öffentlich-private Zusammenarbeit entscheidend für die Verwirklichung des «Net Zero» Ziels und den Aufbau stärkerer, widerstandsfähigerer Gesundheitssysteme. 2021 startete AstraZeneca die zweite Phase unserer globalen Partnerschaft für «Health System Sustainability and Resilience» mit der London School of Economics, dem Weltwirtschaftsforum und weiteren Einrichtungen, um die Gesundheitssysteme weltweit zu stärken. Ich bin begeistert, dass die Schweiz an diesem Projekt teilnimmt und freue mich darauf, Evidenz und Empfehlungen zu diskutieren, die von der ZHAW, dem unabhängigen akademischen Partner, entwickelt werden, um die Nachhaltigkeit und Resilienz des Gesundheitssystems in der Schweiz zu stärken.