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Daniela Dürr

Communication Manager

26.03.2020

Beitrag von: Daniela Dürr

Projekte und Massnahmen forschender Pharma-Unternehmen gegen die Coronavirus-Epidemie Covid-19

Was ist was?

Coronavirus: Es handelt sich um den Oberbegriff für eine Familie von Viren, die Menschen oder Tiere befallen. Die Erreger von SARS in den Jahren 2002/2003, MERS und mehreren Erkältungsformen zählen ebenfalls dazu.

SARS-CoV-2: Der Erreger der aktuellen Pandemie erhielt diesen Namen im Februar 2020. Häufig wird er einfach „neuartiger Coronavirus“ genannt. Die Abkürzung steht für Severe Acute Respiratory Syndrome-Coronavirus

Covid-19: Zum Glück erkrankt nicht jede Person, die sich mit SARS-CoV-2 ansteckt. Diejenigen, die nach einer Ansteckung mit dem neuen Erreger Symptome zeigen, leiden unter der Atemwegserkrankung Covid-19. Die Bezeichnung leitet sich ab von „Coronavirus-Disease“ und dem Jahr des ersten Auftretens, 2019.

Noch nie haben Pharma-Unternehmen und Forschungseinrichtungen so schnell auf einen neuen Erreger reagiert wie auf das neue Coronavirus SARS-CoV-2, das die Krankheit Covid-19 hervorruft. Sie entwickeln Impfstoffe, erproben vorhandene Medikamente auf ihre Eignung und entwickeln neue Arzneimittel. Auch kooperieren sie vielfach untereinander. Hier ein Überblick über die laufenden Aktivitäten.

Laufende Impfstoffprojekte

Derzeit gibt es nach Interpharma Informationen diverse Projekte für Impfstoffe gegen SARS-CoV-2. Allerdings sind nicht alle chinesischen Projekte bekannt. Mehrere Projekte werden von CEPI, der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations, finanziell unterstützt. Andere Projekte werden unabhängig von CEPI durchgeführt.

Etappen einer Impfstoff-Entwicklung

Die Entwicklung jedes neuen Impfstoffs erfolgt – vereinfacht dargestellt – über mehrere Etappen:

  1. Analyse des Virus: Was daran ruft Immunreaktionen hervor?
  2. Design des Wirkstoffs: Was vom Virus und welche Zusatzstoffe sollen enthalten sein?
  3. Erprobung mit Tieren
  4. Erprobung mit Freiwilligen
  5. Zulassungsverfahren in der EU (entsprechend in den USA, China, Japan etc.)
  6. Massenproduktion des zugelassenen Impfstoffs

Dank guter Vorbereitung der Unternehmen und Forschungseinrichtungen auf den Epidemiefall, Erfahrung mit den verwandten SARS- und MERS-Viren sowie prioritärer Bearbeitung aller Anträge durch die Arzneimittelbehörden wird es voraussichtlich möglich sein, die Etappen weit schneller als je zuvor zu durchlaufen. Auch unter diesen Umständen gehen offizielle Stellen aber davon aus, dass ein zugelassener Impfstoff frühestens in 12 bis 18 Monaten verfügbar sein kann.

Bislang hat noch bei keinem Impfstoff die Erprobung mit Freiwilligen begonnen. Es ist zu hoffen, dass möglichst viele Unternehmen und Forschungsinstitute rasch ans Ziel kommen; denn das steigert die Chancen, dass sich unter Nutzung der vorhandenen Produktionskapazitäten genügend Impfeinheiten für eine globale Impfkampagne herstellen lassen.

Die aktiven Unternehmen sind:

Erprobung vorhandener Medikamente

Schneller als Impfstoffe sind möglicherweise Medikamente zur Behandlung von Infizierten verfügbar. Denn zahlreiche Medikamente, die schon gegen andere Krankheiten zugelassen oder zumindest weitgehend erprobt sind, kommen dafür in Betracht. Ihre tatsächliche Eignung wird derzeit in klinischen Studien mit Covid-19-Patienten geprüft. Es sind vor allem Medikamente der folgenden Art:

Die Unternehmen stellen ihre Medikamente zur Verfügung; die Erprobung findet großenteils in chinesischen Krankenhäusern statt, weil es dort die meisten Patienten gibt.

Bislang liegen einige positive Einzelfallberichte vor; doch von keinem Medikament sind Wirksamkeit und Verträglichkeit bei Covid-19-Patienten systematisch bestätigt.

Neue Medikamente

Einige Unternehmen und Forschungsinstitute wollen auch neue Medikamente gegen Covid-19 entwickeln. Im Zentrum steht dabei das Blutserum von Patienten, die von einer Covid-19-Infektion genesen sind (das sogenannte „Rekonvaleszentenserum“). Es enthält Antikörper, die das Immunsystem der Patienten in Reaktion auf die Infektion gebildet hat. Die Hoffnung ist, dass einige dieser Antikörper imstande sind, SARS-CoV-2 im Körper vermehrungsunfähig zu machen.

Biotest, BPL, LFB und Octapharma haben sich einer Allianz angeschlossen, die von CSL Behring und Takeda Pharmaceutical Company Limited gebildet wurde, um eine potenzielle Therapie aus Plasma zur Behandlung von COVID-19 zu entwickeln. Die Allianz wird unverzüglich mit der Entwicklung eines polyklonalen Anti-SARS-CoV-2-Hyperimmun-Immunglobulin-Medikaments beginnen, das das Potenzial hat, Personen mit schweren Komplikationen durch COVID-19 zu behandeln.

Weitere Unternehmen und Forschungsgruppen in der Welt folgen ebenfalls diesem Grundgedanken, gehen aber biotechnisch einen Schritt weiter: Sie gehen ebenfalls von Rekonvaleszenten-Serum aus, picken aber die bestgeeigneten Antikörper heraus und „kopieren“ sie dann mit biotechnischen Mitteln, um damit ein Medikament herzustellen. Eins dieser Projekte wird vom schwedischen Karolinska Institut verfolgt. Ein weiteres betreiben die Unternehmen AbCellera und Lilly, die verkündet haben, dass binnen Monaten mit den wirksamsten von mehr als 500 gewonnenen Antikörpern ein Medikament entwickelt werden soll, dass mit Patienten erprobt werden kann. Auch AstraZeneca und Boehringer Ingelheim mit dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) arbeiten daran, auf diese Weise ein Medikament zu entwickeln.

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