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20.05.2021

Serie klinische Forschung Teil 9 – Fazit: Ein bedeutendes Element für unsere Gesellschaft, Wirtschaft & Gesundheit

Anhand unserer Blogserie zur Klinischen Forschung zeigt sich – Klinische Forschung ist ein wichtiger Bestandteil für unsere Gesellschaft. Durch sie ist es möglich Medikamente sicher einzunehmen und eine Linderung sowie Heilung unserer Krankheiten zu erzielen. Doch der Weg dazu ist ein langer und kostspieliger. Im Schnitt dauert die Entwicklung eines neuen Wirkstoffs rund 12 Jahre und führt zu Ausgaben von über einer Million Franken. Von den 10’000 getesteten Substanzen erreicht meist nur eine das Stadium einer Zulassung. Dazu wird jeweils ein dreistufiges Verfahren angewandt, in dem sich das potenzielle Arzneimittel als sicher und wirksam erweisen muss. In der ersten Phase erfolgt die Überprüfung an wenigen, gesunden Menschen. Danach wird eine ähnliche Anzahl kranker Personen aufgeboten. In der Phase 3 schliesslich, erhalten viele von einer bestimmten Krankheit betroffenen Patienten eine Applikation. Für sie kann dies eine grosse Chance bedeuten, weil sie damit den Zugang zu innovativen Behandlungsmöglichkeiten erhalten, die den aller neusten Stand der Forschung repräsentieren. Gleichzeitig äussern viele Teilnehmer auch den Wunsch mit ihrer Krankheit etwas Positives für zukünftige Patienten bewirken zu wollen, weshalb sie sich an einer klinischen Studie beteiligen.

Eine entsprechende Erfolgsgeschichte lässt sich beispielsweise anhand der infektiösen Lebererkrankung Hepatitis C nachzeichnen. Sie verlief unbehandelt chronisch, endete im schlimmsten Falle tödlich und konnte ab 1989 erstmals identifiziert werden. In den 1990er Jahren kamen dagegen die ersten Medikamente auf den Markt, die allerdings als schwer verträglich galten und nur in 41% der Fälle eine Heilung erzielen konnten. Die Behandlungsdauer war mit 48 Wochen relativ lange und aufgrund der notwendigen Wirkstoffkombination komplex. Erst 2011 gelang durch eine intensive Forschungstätigkeit der entscheidende Durchbrauch, der die Indikationszeit um die Hälfte verkürzen lies und die Heilungsrate auf bis zu 80% erhöhte. Heute existieren bereits die Medikamente der 4. Generation, welche nur noch zwischen 8-12 Wochen angewendet werden müssen und Hepatitis-C faktisch heilbar machen (Heilungsrate von 95%).

Damit konnte zum einen das Leid der betroffenen Personen aufgehoben werden, andererseits jedoch profitiert auch die Gesellschaft als Ganzes davon. Denn obschon die aktuelle Therapie mit rund 30’000 Franken vergleichsweise teuer ausfällt, senkt sie die Kosten der Krankheit insgesamt. So fallen beispielsweise jährlichen Behandlungskosten – von je bis zu 20’000 Franken weg – die sonst für chronischen Patienten hätten aufgewendet werden müssen. Zeitgleich nimmt dadurch auch die Arbeitsproduktivität zu, was die Sozialsysteme entlastet, weil es zu weniger Arbeitsausfällen oder vollständiger Arbeitsunfähigkeit kommt.

Neben den gesellschaftlichen Aspekten, ist die klinische Forschung aber auch für den Schweizer Wirtschaftsstandort zentral. So trägt die Pharmaindustrie mit ihrem jährlichen Handelsüberschuss von 59,7 Milliarden Franken (Stand 2020) zu 41% des Schweizer Gesamtexporte bei. Eine Schlüsselfunktion kommt hierbei auch den Angestellten zu, wobei sie 47’000 direkt Beschäftigte zählt. Bei ihren Aktivitäten werden auch Vorleistungen bezogen, die weitere 207’000 Arbeitsplätze, aus anderen Branchen sichert. Die gesamthaft 254’000 Beschäftigten trugen so 2018 zu 9,3% (5,4% direkt, 3,9% indirekt) der Bruttowertschöpfung bei, was 62 Milliarden Franken entsprach.

Solch eine bedeutende Leistung wäre kaum zu erreichen, wenn die Schweiz nicht als entscheidender Standortvorteil ein guter Schutz des geistigen Eigentums aufweist. Denn nur mit ihm ist es möglich Innovationen zu wagen, die Umsatz generieren, der wiederum zur Entwicklung von neuen Arzneimittel – und damit für unser Wohl – eingesetzt werden kann.

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