Jahresbericht 2025

Was Patientinnen und Patienten heute hilft, entscheidet über die Zukunft des Pharmastandorts Schweiz. Der Jahresbericht 2025 zeigt, wie medizinischer Fortschritt, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stärke zusammenhängen – und wo jetzt politische Weichen gestellt werden müssen.

Switzerlands’s Choice: der Pharmastandort Schweiz am Scheideweg

Die Schweiz zählt seit Jahrzehnten zu den weltweit führenden Standorten für pharmazeutische Forschung, Innovation und Produktion. Arzneimittel, die hier entwickelt werden, retten Leben – in der Schweiz und weit darüber hinaus. Die forschende Pharmaindustrie ist damit nicht nur ein zentraler Pfeiler unseres Gesundheitssystems, sondern auch ein entscheidender Faktor für Wohlstand, hochwertige Arbeitsplätze und die internationale Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes. Kaum eine andere Branche hat die Schweiz wirtschaftlich und gesellschaftlich so nachhaltig geprägt.

Editorial

Interpharma-Präsident Jörg-Michael Rupp (links) und Geschäftsführer Dr. René P. Buholzer im Editorial des Jahresberichts über die Bedeutung von Forschung, Innovation und verlässlichen Rahmenbedingungen für den Pharmastandort Schweiz.

Die volkswirtschaftliche Bedeutung ist eindrücklich: Jeder Franken Umsatz der Pharmaindustrie generiert rund 3.20 Franken Wertschöpfung für die Schweiz – über Steuern und Investitionen. Insgesamt trägt die Branche jährlich bis zu 10 Milliarden Franken zu den öffentlichen Einnahmen bei und sichert rund 50 000 direkte sowie etwa 250 000 indirekte Arbeitsplätze. Gleichzeitig zeigt sich der medizinische Nutzen: Innovative Arzneimittel haben seit 1990 die Sterblichkeit um fast ein Drittel gesenkt, jährlich rund zwei Millionen Spitaltage eingespart und damit auch zur Dämpfung der Gesundheitsausgaben beigetragen.

Doch diese Erfolgsgeschichte ist kein Selbstläufer. Die internationalen Rahmenbedingungen verändern sich rasant. Geopolitische Spannungen und neue regulatorische Anforderungen verschärfen den globalen Standortwettbewerb. In grossen Märkten wie den USA und China sind heute massive Investitionen in Forschung, Entwicklung und Produktion vor Ort Voraussetzung für Marktzugang. Für kleine, offene Volkswirtschaften wie die Schweiz steigt damit der Wettbewerbsdruck spürbar. Zusätzlich verschärfen gesundheitspolitische Entwicklungen die Situation. Besonders das Most-Favoured-Nation-Regime in den USA hat weitreichende Folgen: Wenn US-Preise zunehmend an jene in der Schweiz und anderen europäischen Ländern gekoppelt werden, wirken sich kaufkraftbereinigt tiefe Schweizer Preise direkt auf den weltweit wichtigsten Pharmamarkt aus. Die Konsequenzen sind absehbar – und problematisch: Neue Arzneimittel könnten in der Schweiz verzögert, nur noch zu deutlich höheren Preisen oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr eingeführt werden. Forschung, klinische Studien und qualifizierte Arbeitsplätze drohen ins Ausland abzuwandern.

Den Standort Schweiz stärken

Diese Entwicklung ist keine abstrakte Zukunftsfrage, sondern bereits Realität. Der Zugang zu innovativen Therapien verschlechtert sich seit einiger Zeit nachweisbar: Die Schweiz liegt im europäischen Vergleich nur noch auf Rang sieben und bietet Patientinnen und Patienten lediglich rund die Hälfte der neuen Arzneimittel, die in Deutschland verfügbar sind. Damit wächst das Risiko, dass wir in der Schweiz nicht mehr im gleichen Tempo vom medizinischen Fortschritt profitieren wie unsere Nachbarländer. Eine verlässliche und zeitnahe Versorgung mit innovativen Arzneimitteln ist jedoch kein Luxus, sondern ein zentraler Bestandteil eines leistungsfähigen Gesundheitswesens – und ein entscheidendes Qualitätsmerkmal der medizinischen Versorgung.

Vor diesem Hintergrund stellt sich eine grundlegende Frage: Welchen Weg will die Schweiz einschlagen? Bleibt der Fokus primär auf kurzfristiger Kostendämpfung, oder schaffen wir ein Umfeld, das gezielte Investitionen ermöglicht, moderne, kaufkraftbereinigte Preisbildungsprozesse einführt und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen stärkt?

Die Antwort auf diese Frage wird darüber entscheiden, ob die Schweiz ihre Position als führender globaler Life-Sciences-Standort behaupten kann – und ob Patientinnen und Patienten auch künftig frühzeitig Zugang zu medizinischen Innovationen erhalten. Wir sind überzeugt: Mit einer konstruktiven Zusammenarbeit aller Akteure und dem Willen, Lösungen zu finden, kann die Schweiz diese Herausforderung meistern und ihre Erfolgsgeschichte fortschreiben.

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The things that help the patients of today are crucial to the future of Switzerland as a pharmaceutical location. The Annual Report 2025 shows how medical advances, security of supply and economic strength are connected – and the direction that politics now needs to take.

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